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Iranischer Kunst und Kulturverein im Exil Marzpeyma Exil - eine universelle ErfahrungVertreibung - Flucht - Exil aus Österreich (1934 – 1942) und die politischen sowie kulturellen Folgen. Ein Vortrag mit Siglinde Bolbecher (Historikerin und Exilforscherin) und eine zweisprachige Lesung (persisch- deutsch) mit Amir P. Peyman (Autor) Zeit: Fr. 20. Februar 09 19.00 Uhr Ort: Afro- Asiatisches Institut Türkenstraße 3 1090 Wien Die Diktatur des Ständestaates ab 1934 und vielmehr noch die NS-Verfolgung ab März 1938 haben zu einer politischen und rassistisch motivierten Fluchtwelle geführt. Von 1934 bis 1942 flüchteten über 135.000 Menschen aus Österreich; sie kamen aus allen sozialen Schichten, Arbeiter, Angestellte, Kaufleute, Händler; ein relativ hoher Anteil von ihnen waren Wissenschaftler und Angehörige der freien Berufe (dazu gehören sämtliche Nobelpreisträger, 400 Universitätslehrer, ganze Wissenschaftszweige und Schulen, so der Sozialwissenschaften, der Humanpsychologie, der Staatswissenschaft sowie die erste und zweite Generation akademisch ausgebildeter Frauen und die Pionierinnen in der Kunst-, Film, Theater-, Musikwelt). Die internationale Flüchtlingspolitik war seit der Weltwirtschaftskrise 1929 restriktiver geworden und ging durchaus mit einer Ideologie der Fremdenfeindlichkeit einher. Sogar das klassische Einwanderungsland USA führte Quoten ein, um die Immigration zu kontrollieren und auf "gewünschte" Zuwanderer zu reduzieren. Das "Exil" stand nirgendwo bereit, musste erkämpft, erschlichen, erkauft werden und es gab kein "sicheres" Exil. "... diese Krankheit heißt Armut", schrieb der Lyriker Theodor Kramer 1942 im englischen Exil und meinte damit über die Einkommenssituation (Arbeits- und Berufsverbote) hinaus das Gefühl der Verlassenheit und Nutzlosigkeit . Flüchtlinge empfinden sich nicht als Auswanderer, die ein neues Leben beginnen wollen, sondern leben im Provisorium. Umso mehr sind die politischen und kulturellen Anstrengungen von Bedeutung. Was letztlich aus dieser Zeit beachtenswert sowie zukunftsrelevant wirkt, ist im Exil entstanden. Diese Veranstaltung wird durch die MA7 und das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur unterstützt. |
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11.02.2009 |
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